Beinah eine Doppelstunde lang dauert der starke Auftritt von Inge Lohmark. Regisseur Ronny Jakubaschk hat Judith Schalanskys viel gerühmten Roman "Der Hals der Giraffe" im Bielefelder Theater am Alten Markt zu einem Monolog verdichtet. Und Anna Sörensen ein das Gesprochene als trügerisch entlarvendes Bühnenbild geschaffen. Eine Inszenierung voller Komik und Dramatik. Eine große Rolle für Carmen Priego, die die Lohmark mit ihrer vielschichtigen Schauspielkunst zum Leben erweckt und so die Zuschauer immer tiefer in die Abgründe dieser nur auf den ersten Blick so selbstsicher erscheinenden Figur blicken lässt.  (...) Das alles ist herrlich politisch unkorrekt und wird von Carmen Priego mit viel Lust und Witz an der Figur über die Bühne gebracht, so dass gerne gelacht wird über die Lohmark. Doch im Fortgang des Monologs bleibt das Lachen den Zuschauern immer öfter im Halse stecken, denn Inge Lohmark überträgt Darwins "Survival of the Fittest" gnadenlos auf die Gesellschaft. "In der Natur hat alles seinen Platz und jede Art ihre Bestimmung: Fressen und gefressen werden. Es ist wunderbar", ruft sie freudig erregt aus. Und "Schwache mitzuschleifen", erscheint ihr völlig sinnlos, "nicht jeder kann es schaffen. Früher oder später bleiben die Unterbelichteten auf der Strecke und bis dahin behindern sie lediglich das Fortkommen der anderen."  Langsam dämmert’s: Die Lohmark ist keine irgendwie schräge Lehrerin und dies kein nostalgisches Stück über die Schule. Nein, hier geht es um einen deformierten Menschen, der sich hinter den Naturwissenschaften verschanzt hat, um das Leben von sich fernzuhalten.  (...) Beeindruckend arbeitet Priego ihren ständigen Abwehrkampf gegen alles Seelische, Gefühlte, Unklare heraus. Doch da sind diese anschwellenden erotischen, mit Gewaltfantasien durchsetzten Gefühle für Erika, eine ihrer Schülerinnen. Zweifel und Versagensängste nisten sich langsam ein in den ersten Rissen ihrer Fassade. (...)  Ein dichter Monolog mit einer groß aufspielenden Carmen Priego, die wir für ihr intensives Spiel mit einem Stern der Woche* auszeichnen.

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Unter ihrem strengen, unnachgiebigen Blick wird aus dem Publikum eine neunte Klasse. Wehe dem, der sich da zuspät auf seinen Platz schiebt! Inge Lohmark kennt kein Pardon. Eine Paraderolle für Schauspielerin Carmen Priego, die in ihrer Biologie-Doppelstunde im TAM die Figur, die sie spielt, demontiert. Spannend. Nicht nur für Lehrer.
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Der Roman hat schon einiges zu bieten, was in der komprimierten Bühnenfassung noch genail auf die Spitze getrieben wurde. Ronny Jakubaschk (Regie) und Carmen Priego (als Inge Lohmark) muss es einen Höllenspaß gemacht haben, diesem bemitleidenswerten Auslaufmodell einer verknöcherten Lehrerin ein charaktervolles Bühnegseicht zu verleihen. Am Ende ist alles Vergnügliche gewichen. Ein letzter Aufschrei „Ich bin Frau Lohmark.“ Begeisterter Applaus. Carmen Priego hat ihn verdient für eine fesselnde überragende Sololeistung.
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