Shakespeares Hamlet auf einer Theaterbühne zu inszenieren, ist nicht weiter verwunderlich. Dabei aber einen Zusammenhang zwischen der Tragödie und der Occupy-Bewegung herzustellen schon -- zunächst einmal. Denn genau das haben Klaus Riedel und Ronny Jakubaschk mit ihrer Theater-AG der MSO Bad Hersfeld geschafft: Die 15 Schauspielerinnen und Schauspieler verlagern das Handlungsgeschehen der Tragödie von Dänemark nach Stuttgart, Griechenland und Frankfurt, wo ebenfalls etwas „faul“ ist. Dies geht auf das bekannte Hamlet-Zitat „Etwas ist faul im Staate Dänemark“ zurück. Dänemark versinnbildlicht auf diese Weise die politische Ebene des Stückes. Denn mit dem Zitat wird nicht, wie in der Tragödie, auf den Mord von Hamlets Vater angespielt, sondern auf aktuelle politische Probleme wie Schulden- und Finanzkrisen der Banken, die rabiate Durchführung von Großprojekten oder die Griechenlandkrise -- Punkte, die die Occupy-Bewegung so kritisiert. Damit ist in der Handlung der ungerächte Mord an König Hamlet nur ein Teil der Misere. Auf der zum Occupy-Camp umfunktionierten Bühne tritt Hamlet als „Wutbürger“ auf, der etwas tun möchte, sich dann aber doch nicht richtig traut und den Ansporn der anderen Aktivisten braucht: „Los Hamlet, empöre dich!“ – Nicht nur über den Mord an seinem Vater, sondern auch über die Schlechtigkeit der Gesellschaft. Das Publikum ist mittendrin im Ort des Geschehens: Schnelle Szenenwechsel, Kameraprojektionen an der Wand, viele Lieder und die hohe Interaktion der Darsteller sorgen für eine sehr kurzweilige und anspruchsvolle Unterhaltung.

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