Ein kleines Streichorchester mit Schlagwerk, Celesta und Klavier (Leitung: Ingo Stadtmüller) lässt Herrmann zu seiner tonal verankerten, harmonisch recht freizügigen Musik aufspielen. Er komponiert nah an der Sprache. Dadurch sind die hervorragenden jungen Sänger Fabio Lesuisse (Bariton) und Anna Struck durchgehend zu verstehen.

westfälischer anzeiger

 

Die Jugendoper von Timo Jouko Herrmann wagt eine Neudeutung des Klassikers, die in den Grenzbereich zwischen Wahn und Wirklichkeit führt. In der Regie statisch, aber psychologisch und in der Charakter-Musik stimmig und überzeugend. Viel Beifall.
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Der Mix aus Musik, Gesang und Schauspiel hat durchaus seinen Reiz – vor allem, in den Szenen, in denen Hamlet singt und sein Gegenpart, Onkel Claudius, spricht. Auf diese Weise wird die unüberbrückbare Kluft zwischen den beiden noch stärker herausgearbeitet. Und die Philharmoniker verstehen es, für die richtige Grundstimmung zu sorgen. Das gilt mit dumpfen Trommelschlägen bereits für den Einlass, wenn das eigentliche Stück noch gar nicht läuft. Herrmann baut seinem jungen Publikum eine Brücke, indem er ein einzelnes Lied mehrmals wiederholen lässt. Dadurch hat es größere Chancen, Zugang zum Gehör von Jugendlichen zu finden, die sich mit Operngesang weniger auskennen. Und ein Junge, der sich von der Erwachsenenwelt unverstanden fühlt, dürfte dem einen oder anderen jungen Zuschauer denn vielleicht doch bekannt vorkommen.

dortmunder kulturblog

 

Der Abstand der Welten der Erwachsenen und der beiden jungen Leute wird dadurch klar vor Augen geführt, dass die Ausdrucksform der Erwachsenen die Sprache ist, während sich Hamlet und Ophelia fast nur musikalisch äußern. Die Musikhochschulabsolventen und Sänger Anna Lucia Struck (Ophelia) und Fabio Lesuisse (Hamlet) bewiesen neben ihren starken Stimmen auch sensibles schauspielerisches Können. Das Zusammenspiel von Musik, Sprache, Gesang und Gestik sorgte für eine emotional starke Aufführung.
ars tremonia

 

Der junge Prinz hat sich selbst in ein Gefängnis verbannt, in dem er alleine mit seinen von Mitgliedern des Dortmunder Opernchores verkörperten Geistern ist. Dumpfe Trommelschläge beschwören zu Beginn eine feierliche, einer Trauergesellschaft angemessene Atmosphäre herauf. Es ist ohne Zweifel etwas faul, aber vielleicht nicht unbedingt im Staate Dänemark, sondern nur in Hamlets Wahrnehmung. Der Trauernde ist ein Gefesselter, den möglicherweise paranoide Wahnvorstellungen plagen. Immer wenn Hamlet und die Erwachsenen interagieren, offenbart sich eine ungeheure Hilflosigkeit, die sich auch im bewusst statischen Spiel von Bettina Zobel, Andreas Ksienzyk und Rainer Kleinespel spiegelt. Die Koloratursopranistin Anna Lucia Struck verbindet die Welten und weist so Wege aus der Tragik.
kulturkenner.de

 

Wie Musiktheater für Jugendliche tatsächlich gelingen kann, zeigt derzeit eine Koproduktion der Oper Dortmund mit dem Kinder- und Jugendtheater der Revierstadt. André Meyers brillantes Libretto erzählt das Geschehen aus der Perspektive des pubertierenden Hamlet, der den Tod seines Vaters nicht verkraftet. Nach erneuter Heirat der Mutter mit Claudius fühlt er sich allein und verraten. Er spinnt sich ein in Trauer und in die fixe Idee, sein Vater sei umgebracht worden. Was wirklich geschehen ist, bleibt offen. Zunehmend drängt sich aber der Eindruck auf, dass Hamlet psychisch erkrankt ist. Im Gefühlschaos zwischen Depression, Verdächtigungen und seiner Liebe zu Ophelia hört er in seinem Kopf Stimmen. Herrmann hat diese Einflüsterungen einem kleinen Chor anvertraut, der Hamlet mit Wortwiederholungen verrückt macht oder zu gespenstischen Klängen in makabre Phantasmagorien treibt. Gesang und gesprochene Dialoge sind plausibel auf einzelne Rollen und Situationen verteilt. Singend äußern sich nur die jungen Protagonisten. Ein melancholisches Lied Hamlets wird für Ophelia zum Ohrwurm, den auch sie anstimmt. Die vernünftigen Erwachsenen hingegen singen nicht (mehr). Ihre Sprechpartien werden melodramatisch vom Orchester begleitet. Zu Beginn erklingen dumpfe Paukenschläge. In einem käfigartigen Konstrukt sitzt der schwarz gekleidete Teenie Hamlet schweigend bei der Urne des Vaters (Bühne und Kostüme: Annegret Riediger). „Sein?“ fragt er sich. Das wäre die Entscheidung für das von Claudius vorgeschlagene Internat in London. Hier könnte er Abstand und neue Freunde gewinnen, über sein Trauma hinwegkommen. Oder „Nichtsein“? Hamlet hält sich eine Pistole an die Schläfe. Und plötzlich klingt das abgedroschene Shakespeare-Zitat überraschend triftig. Vokal und darstellerisch sensationell bewältigt der junge Bariton Fabio Lesuisse die anspruchsvolle Hamlet-Partie. Von ihm wird man sicher noch hören. Anna Lucia Struck singt als jugendliche Ophelia berührend. Herrmanns bewegliche Musik ist den Dialogen geschmeidig auf den Leib geschneidert und lebt von ungewöhnlichen Farbkombinationen. Lyrische oder schneidend scharfe Klänge schaffen eine packende Atmosphäre.
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